
Elektrotherapie
Bei der Elektrotherapie wird schwacher elektrischer Strom über Elektroden auf der Haut eingesetzt. Je nach Verfahren soll er Schmerzen lindern (zum Beispiel TENS), geschwächte Muskeln aktivieren (Elektrostimulation) oder die Durchblutung anregen. Sie wird meist als Teil einer Physiotherapie oder medizinischen Massage angewendet, selten allein.
- Therapeut:innen
- 2
- Dauer einer Sitzung
- 15–30 min
Therascout stellt keine Diagnose. Lassen Sie neue, starke oder anhaltende Beschwerden zuerst ärztlich abklären. Im Notfall: 144
Herkunft und Ansatz
Strom wird seit dem 19. Jahrhundert medizinisch genutzt; heute arbeiten die Geräte mit genau einstellbaren Stromformen. Bei der TENS sollen elektrische Reize an der Haut die Weiterleitung von Schmerzsignalen dämpfen; bei der Elektrostimulation spannen sich Muskeln an, die man nach einer Operation oder Verletzung noch nicht ausreichend selbst anspannen kann. Die Studienlage ist gemischt: Am ehesten hilft Elektrotherapie als Ergänzung zu aktiven Übungen.
So läuft eine Sitzung ab
Dauer: 15–30 min- Zuerst klärt die Therapeut:in Ihre Beschwerden ab und fragt nach Herzschrittmachern, Implantaten oder einer Schwangerschaft.
- Elektroden werden auf die Haut geklebt und das Gerät wird eingestellt; Sie spüren ein Kribbeln oder ein Anspannen der Muskeln, aber keinen Schmerz.
- Die Anwendung dauert meist 10 bis 30 Minuten und wird oft mit Wärme, Massage oder Übungen kombiniert.
- Manchmal erhalten Sie ein kleines TENS-Gerät mit Anleitung für die Anwendung zu Hause.
Wofür wird Elektrotherapie genutzt?
- Rückenschmerzen und andere chronische Schmerzen, meist ergänzend zu Bewegungstherapie.
- Muskelaufbau nach Operationen, etwa des Oberschenkelmuskels nach einer Knieoperation.
- Gelenkschmerzen, zum Beispiel bei Arthrose.
- Menstruationsschmerzen, mit einem TENS-Gerät.
Für alle diese Anwendungen ist die Studienlage begrenzt oder uneinheitlich.
Wie gut ist die Wirkung belegt?
Beschwerden, bei denen Elektrotherapie häufig genutzt wird, sortiert nach Stand der Forschung. Die Einstufung sagt, wie gut die Wirkung belegt ist, nicht, ob sie Ihnen hilft.
Was bedeuten die Punkte?So lesen Sie die Einstufung
- Etabliert
- in Leitlinien empfohlen, gut untersucht
- Teilweise belegt
- Wirkung in Studien gezeigt, mit Einschränkungen
- Begrenzt belegt
- wenige oder schwache Studien
- Traditionelle Anwendung
- genutzt, aber kaum untersucht
Bewertet wird die Studienlage, nicht die Therapeut:in.
- Begrenzt belegt
Chronische Schmerzen
- Begrenzt belegt
Gelenkschmerzen
- Begrenzt belegt
Menstruationsbeschwerden
- Begrenzt belegt
Rehabilitation nach Operationen
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Therapeut:innen · Elektrotherapie
Kosten und Krankenkasse
- Grundversicherung
- ja, mit ärztlicher Verordnung, abzüglich Franchise und Selbstbehalt.
- Zusatzversicherung
- kann zusätzliche Leistungen übernehmen, je nach Vertrag.
- Ihre Kasse
- Im Profil sehen Sie, bei welchen Kassen eine Therapeut:in anerkannt ist.
- Preis pro Sitzung
- Die Praxen legen ihre Preise selbst fest; Sie sehen sie im Profil.
Gut zu wissen
- Mit Herzschrittmacher oder implantiertem Defibrillator, in der Schwangerschaft im Bauch- und Beckenbereich sowie auf verletzter Haut wird keine Elektrotherapie angewendet.
- Eine ärztliche Verordnung für Physiotherapie umfasst meist 9 Sitzungen; Elektrotherapie ist dann oft ein Teil davon.
- Leichte Hautreizungen unter den Elektroden sind möglich; aktive Übungen bleiben bei den meisten Beschwerden wichtiger.
Ausbildung und Anerkennung in der Schweiz
Physiotherapeut:innen und medizinische Masseur:innen mit eidgenössischem Fachausweis lernen Elektrotherapie in ihrer Ausbildung. Als Teil einer ärztlich verordneten Physiotherapie bezahlt sie die Grundversicherung; bei medizinischen Masseur:innen beteiligt sich je nach Police die Zusatzversicherung, meist nur bei EMR- oder ASCA-Registrierung.
