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Therapeutisches Reiten / Hippotherapie

Beim therapeutischen Reiten ist das Pferd Partner in der Therapie. In der Hippotherapie sitzen Sie auf einem Pferd, das im Schritt geführt wird; seine rhythmischen Bewegungen übertragen sich auf Becken und Rumpf und fordern Haltung, Gleichgewicht und Muskelspannung. Andere Formen, etwa das heilpädagogische Reiten, setzen stärker auf die Beziehung zum Pferd, auf Pflege und Führen.

Therapeut:innen
2
Dauer einer Sitzung
30–60 min

Therascout stellt keine Diagnose. Lassen Sie neue, starke oder anhaltende Beschwerden zuerst ärztlich abklären. Im Notfall: 144

Herkunft und Ansatz

Die Hippotherapie entstand in den 1960er-Jahren im deutschsprachigen Raum als Physiotherapie auf dem Pferd. Die Idee: Der Schritt des Pferdes bewegt das Becken der reitenden Person ähnlich wie beim eigenen Gehen und trainiert so Rumpfkontrolle und Gleichgewicht. Studien, vor allem bei Kindern mit Zerebralparese, zeigen Verbesserungen von Haltung und Bewegung; für psychische Anwendungen gibt es nur kleine Studien.

So läuft eine Sitzung ab

Dauer: 30–60 min
  1. Vorher werden Ihre Beschwerden und mögliche Gegenanzeigen abgeklärt, oft mit einer ärztlichen Verordnung.
  2. Sie lernen das Pferd kennen und steigen mit Helm und Hilfe auf.
  3. Das Pferd wird 20 bis 30 Minuten im Schritt geführt, während die Therapeut:in Sie begleitet und Ihre Haltung beobachtet.
  4. Zum Abschluss verabschieden Sie sich vom Pferd, oft mit Pflegen oder Füttern.

Wofür wird Therapeutisches Reiten / Hippotherapie genutzt?

  • Kinder und Erwachsene mit neurologischen Erkrankungen wie Zerebralparese oder Multipler Sklerose, zur Verbesserung von Haltung und Gleichgewicht.
  • Haltungsprobleme; die Studienlage ist begrenzt.
  • Konzentrationsprobleme bei Kindern; diese Anwendung beruht vor allem auf Erfahrung.
  • Selbstvertrauen und Stimmung, etwa bei depressiver Verstimmung; auch hier stützt sich die Anwendung vor allem auf Erfahrung.

Wie gut ist die Wirkung belegt?

Beschwerden, bei denen Therapeutisches Reiten / Hippotherapie häufig genutzt wird, sortiert nach Stand der Forschung. Die Einstufung sagt, wie gut die Wirkung belegt ist, nicht, ob sie Ihnen hilft.

Was bedeuten die Punkte?
Etabliert
in Leitlinien empfohlen, gut untersucht
Teilweise belegt
Wirkung in Studien gezeigt, mit Einschränkungen
Begrenzt belegt
wenige oder schwache Studien
Traditionelle Anwendung
genutzt, aber kaum untersucht

Bewertet wird die Studienlage, nicht die Therapeut:in.

Therapeut:innen · Therapeutisches Reiten / Hippotherapie

  • Cabinet Clément

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    • Biel/Bienne
    Therapeutisches Reiten / Hippotherapie

Kosten und Krankenkasse

Grundversicherung
in der Regel nicht.
Zusatzversicherung
meist 50–80 % bei EMR- oder ASCA-anerkannten Therapeut:innen, oft bis zu einem Jahresmaximum.
Ihre Kasse
Im Profil sehen Sie, bei welchen Kassen eine Therapeut:in anerkannt ist.
Preis pro Sitzung
Die Praxen legen ihre Preise selbst fest; Sie sehen sie im Profil.
Anerkennungen erklärt →

Gut zu wissen

  • Nicht geeignet bei instabiler Wirbelsäule, schwerer Osteoporose, akuten Entzündungen oder einer Allergie auf Pferdehaare; ein Helm ist Pflicht.
  • Meist ist eine Serie von 10 bis 20 Sitzungen geplant; die Therapie findet oft draussen statt und hängt vom Wetter ab.
  • Klären Sie die Kosten vorher ab: Je nach Form und Diagnose übernimmt eine Versicherung einen Teil oder nichts.

Ausbildung und Anerkennung in der Schweiz

Hippotherapie wird in der Schweiz von Physiotherapeut:innen mit einer Zusatzausbildung angeboten (Hippotherapie-K). Bei bestimmten Diagnosen, etwa Multipler Sklerose oder bei Kindern mit Zerebralparese, können Grundversicherung oder IV die Kosten übernehmen; klären Sie das vorher ab. Andere Formen des therapeutischen Reitens werden meist privat bezahlt, teils mit Beiträgen der Zusatzversicherung.

Therapeutisches Reiten / Hippotherapie: Wirkung, Krankenkasse und Therapeut:innen | Therascout